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Klaus Dörner

Tödliches Mitleid

Zur Sozialen Frage der Unerträglichkeit des Lebens

mit Beiträgen von Fredi Saal (1988) und Rudolf Kraemer (1933)

ISBN 978-3-926200-86-0
248 Seiten, Neuauflage mit vierter Fortschreibung 2007
Preis 16,80 EUR
zzgl. Versandkosten, inkl. 7,00 % MWSt
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Über das Buch

"Für mich ist 'Tödliches Mitleid' eines der wichtigsten Bücher. Ich wünschte mir, es würde für alle, die in der Psychiatrie tätig sind, zur Pflichtlektüre."
Klaus Weise in: Sozialpsychiatrische Informationen

„Tödliches Mitleid“ erschien 1988 erstmalig und dann in weiteren Auflagen im Verlag Jakob van Hoddis in Gütersloh, der von Klaus Dörner und seinem Team 1986 gegründet wurde, und jetzt in der Edition Jakob van Hoddis im Paranus Verlag.
Es ist wohl die wichtigste und zugleich persönlichste sozialgeschichtliche Analyse der Bedingungen, die die Massenvernichtung der „Gemeinschaftfremden“ im Nationalsozialismus ermöglichten.

„Und wir heute? Wenn nicht alles täuscht, wird sich die Soziale Frage in der nächsten Zeit für uns ein weiteres Mal zuspitzen. Und wenn nicht alles täuscht, ist in uns allen zumindest als Möglichkeit das, was ich als entscheidende Absicht der Nationalsozialisten beschrieben habe, in Logik und Ethik durchaus weiterhin lebendig.
Wir werden im Jahre 2030 nicht mehr nur die Zwei-Drittel-Gesellschaft haben, sondern bereits die Ein-Drittel-Gesellschaft. Ich werde dann durch meine Arbeit ständig zwei weitere Menschen, überflüssige Esser, Ballastexistenzen durchzufüttern haben, obwohl meine Arbeit durch weitere Qualifizierung schwieriger, verantwortlicher, intensiver und daher anstrengender und stressvoller sein wird.
Einem Drittel der dann noch industriell brauchbaren Volksgemeinschaft werden zwei Drittel Gemeinschaftsfremde gegenüberstehen.
Ist es da verwunderlich, wenn heute zur Weichenstellung, zur Vorbereitung auf die
Lösung dieser kommenden Probleme, ähnlich wie 1890 und wie in der NS-Zeit, wieder die Ethik des Rechts auf den eigenen Tod die öffentliche Meinung prägt?“

Ergänzt wird diese komplett überarbeitete und erweiterte Neuausgabe um den 1933 erschienenen Beitrag von Dr. phil. Dr. jur. Rudolf Kraemer: „Kritik der Eugenik – Vom Standpunkt des Betroffenen“ – ein wirklich erstaunliches, lange unbekannt gebliebenes Dokument eines von Geburt an Blinden.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Der Pannwitz-Blick ... 7

Meine NS-Geschichte ... 15

Unsere Industrialisierungsgeschichte ... 26

Die Medizinisierung der Sozialen Frage ... 34

Die Heilbarkeit der Sozialen Frage ... 49

Therapeutisches Töten als Endlösung der Sozialen Frage ... 61

Es ist taktisch-opportun, für das Leben zu sein ... 82

Gehn wir Behinderte vergiften im Heim ... 94

Bis auf weiteres: zwei Ethiken ... 110

Notwendige Ergänzungen von Fredi Saal (1988) ... 128

Erste Fortschreibung August 1989 ... 151

Zweite Fortschreibung März 1993 ... 156

Dritte Fortschreibung Mai 2002 ... 169

Rudolf Kraemer: „Kritik der Eugenik – Vom Standpunkt des Betroffenen“ (1933) ... 184

Vierte Fortschreibung Mai 2006 ... 231

Literatur und Anmerkungen ... 243

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