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Fritz Niemand (1915-2012) ist gestorben

 


Viele im Land kannten Fritz Niemand, mit dessen Namen sein langjähriger Kampf um seine Rehabilitierung als Verfolgter des Nazi-Regimes verbunden ist. Er hat immer wieder öffentlich davon berichtet.
Nun ist der Jahrhundertzeuge – fast 97-jährig – in Rendsburg am 21. November 2012 gestorben.
Am 4. Dezember ist Fritz Niemand dort auf dem Neuwerker Friedhof begraben worden.

Horst Illiger hat in dem Paranus-Buch "Sprich nicht drüber!" (der Titel ist ein Zitat von Niemands Mutter) den Lebensweg von Fritz Niemand eindrücklich nachgezeichnet.

Als Fritz Niemand zwanzig Jahre alt ist, veranlasst eine NS-Gesundheitsfürsorgerin seine Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Schleswig. Ein langer Leidensweg beginnt.
Aufgrund der Diagnose Schizophrenie wird Fritz Niemand 1936 zwangssterilisiert und Anfang 1944 mit einem Transport in die Tötungsanstalt Obrawalde bei Meseritz in Polen geschickt. Wie durch ein Wunder überlebt Niemand das alltägliche Morden.
Nach der Befreiung vom Faschismus erlebt er jedoch statt der Anerkennung als Verfolgter, statt Rehabilitation und Entschädigung eine zweite Verfolgung.
Aber Fritz Niemand kämpft weiter.
Nach dem Tod der Mutter beginnt er, trotz ihrer gegenteiligen Mahnung öffentlich über seine Erlebnisse zu sprechen: “Ich hatte ein Interesse daran, der ‘Lüge’ entgegenzuwirken. Nach 1945 hat man ja diese Zeit beiseite gedrängt, nachdem sich die Deutschen als größte Mörder der Welt offenbart hatten.”

Und hier geht's zum Buch: "Sprich nicht drüber!" – Der Lebensweg von Fritz Niemand




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