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Sachbücher/Erfahrungen

Thomas Bock

Eigensinn und Psychose

"Noncompliance" als Chance

Mit Beiträgen von Michaela Amering und Dorothea Buck

ISBN 978-3-926200-90-7
170 Seiten, 6. Auflage 2014
Preis 14,80 EUR
zzgl. Versandkosten, inkl. 7,00 % MWSt
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Über das Buch

"Thomas Bock stellt in seinem Buch Geschichten von psychoseerfahrenen Menschen vor, die in ihrer Umgebung als eigensinnig aufgefallen sind. Er beschreibt, wie er mit ihnen um eine kooperative, tragfähige Beziehung gerungen hat. (...)
Sein Buch ist allen Lesern, die an einer grundlegenden Veränderung der Psychiatrie interessiert sind, sehr zu empfehlen."

Christiane Wiedstruck in: Psychosoziale Umschau

Psychoseerfahrene sind in vielfacher Weise eigensinnig: Ihre Sinne gehen eigene Wege. Sie sind auf der Suche nach Eigenheit (eigenen Grenzen) und nach Sinn (Bedeutung für andere). Damit verpflichten sie nebenbei Psychotherapie und Sozialpsychiatrie zur Zusammenarbeit. Und: Viele von ihnen sind eigensinnig im Umgang mit Hilfe. Sie entwickeln ein eigensinniges Krankheitskonzept, fragen nach Sinn und Bedeutung ihrer Erfahrungen und prüfen ihr (familiäres oder professionelles) Gegenüber sehr genau, wie ernst ein Beziehungsangebot gemeint ist.
Die Psychiatrie antwortet oft immer noch mit unzulänglichen Strukturen und simplen Krankheitskonzepten: Wie zwei Monster bewachen „Krankheitseinsicht” und „Compliance” das Tor zu den modernen Hilfen. „Noncompliance”, die vermeintliche Verweigerung der Zusammenarbeit, erscheint als Krankheitsmerkmal, das die Prognose verschlechtert, und nicht als Ausdruck misslungener Kooperation, für die beide Seiten verantwortlich sind.
Thomas Bock erzählt in diesem Buch Geschichten von eigensinnigen Patienten – er berichtet von kreativen Wegen des Zugangs zu jungen Ersterkrankten und zu langfristig Psychoseerfahrenen. Sein Credo: Gerade von eigensinnigen Patienten können wir viel lernen über die Bedeutung von Psychosen, die notwendigen strukturellen Veränderungen der Psychiatrie, über angemessene Beziehungskultur.
Seine Schilderungen werden ergänzt durch ein Gespräch mit Dorothea Buck über den „eigenen Sinn von Psychosen” und durch eine wissenschaftliche Analyse von Prof. Michaela Amering aus Wien zu den subjektiven Voraussetzungen von Genesung: „Hoffnung macht Sinn”.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung ... 9

1. Eigensinn und seelische Not ... 11

2. Gegen den Sog der Vereinfachung – anthropologische Aspekte ... 23

3. Krankheitseinsicht und Compliance – Missachtung des Eigensinns in der Psychiatrie ... 36

4. Erfahrungen mit eigensinnigen Patienten ... 51

Eigensinn als Überlebensstrategie (Pias)
Der Kellergeist (Herr Bader)
Die Geburtstagsmanie (Frau Kunst)
„Warum sollte ich mir mein Vertrauen stehlen lassen?“ (Frau Wöhler)
Die Behandlung vor der Behandlung (Herr Hess)
Widerstand gegen die Norm (Frau Jentges)
Fremde Stimmen – eigene Botschaften (Frau Abel)
Mein Job als Schönheitsberater (Herr Rahn)
Die Wirklichkeit des Wahns (Herr Pelzer)
Zwischen den Zeiten (Herr Belicante)
Kogol töten? (Herr Adamcek)
Schritt für Schritt (Familie Kücknitz)

5. Eigensinn erst noch lernen? – Das Dilemma der Angehörigen ... 108

6. Was wir von eigensinnigen Patienten lernen können ... 124

7. Hoffnung – Macht – Sinn, Recovery-Konzepte in der Psychiatrie – Michaela Amering ... 146

8. Auf der Spur des Eigensinns – der eigene Sinn von Pychosen – Interview mit Dorothea Buck ... 155

Literatur ... 166

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