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Gertrud Auf dem Garten

Schattenbilder

Tagebuch eines Weges aus der Psychiatrie

ISBN 978-3-926200-17-4
260 Seiten
leider vergriffen  
 

Über das Buch

Dies ist ein Tagebuch der Befreiung von den Schatten einer langen psychiatrischen Vergangenheit. Schattenbilder k├Ânnen nur durch eine Lichtquelle entstehen. Hier ist es das Licht des Sichbewu├čtwerdens der Autorin ... Das Tagebuch von Gertrud Auf dem Garten l├Ą├čt uns an der Entfaltung ihrer Einsichten und Begabungen teilhaben. Es stellt einmal mehr das psychiatrische Menschenbild in Frage, das die Norm zum Ma├čstand setzt, ohne die Seele des Menschen verstehen zu wollen. Denn dazu w├Ąren Gespr├Ąche notwendig. Eine wichtige Lekt├╝re f├╝r alle, denen es um eine verst├Ąndigere Psychiatrie und um "diese Menschen" geht.
Dorothea Buck-Zerchin


Vorbemerkung:
Viele Jahre war ich "behindert". Es hat mich etwas am Leben gehindert. Im Winter 1988/89 begann ich Briefe zu schreiben, weil ich mich inmitten von 34 Heim-Mitbewohnerinnen zunehmend einsam f├╝hlte. Ich nannte dies "Briefe an den lieben Gott", und manchmal schrieb ich die ganze Nacht ├╝ber. Abgeschickt habe ich sie nicht, denn wo wohnt Gott? Ich habe diese Briefe am n├Ąchsten Morgen weggeworfen.
Im Fr├╝hjahr 1989 fand ich im "Sternsinger" , einer Kinderzeitung der Kirche, die Anregung, Fastenvors├Ątze aufzuschreiben. Als Beispiele wurden genannt: zu Hause helfen; einen Moment still sein, wenn man eine freche Antwort geben m├Âchte; mit einem Kind spielen, mit dem sonst niemand spielt.
Das war f├╝r Kinder gedacht, aber die Idee leuchtete mir ein:
konkrete Vors├Ątze fassen, die zu meiner ganz konkreten Situation passen; kleine Ver├Ąnderungen im Zwischenmenschlichen selber in Gang setzen; etwas aufschreiben, damit ich morgen noch wei├č, was ich mir heute vorgenommen habe. Schon nach wenigen Tagen warf ich das Handtuch. ├ťber jeden Stein, der mir im Wege lag, stolperte ich sofort. Aber Schreiben wurde schlie├člich zu einer Notwendigkeit, meine Not hat sich mit der Zeit gewendet.
Briefe an den lieben Gott? Gott antwortet nicht schriftlich! Er schickt Boten - und die kommen einem oft gar nicht so lieb vor. Mitunter habe ich sie f├╝r Feinde gehalten. Ich habe auch Menschen gefunden, die die Briefe lesen mochten und die mich ein St├╝ck auf meinem Weg begleiteten. Sie schenkten mir Zeit, die sie eigentlich nicht hatten. Er schickte auch Boten, denen ich Zeit schenken durfte. Ich danke ihnen, weil sie zu einer Zeit den eigentlichen Menschen in mir ansprachen, als man ihn nur erahnen konnte. Ich habe nicht alle Briefe weggeworfen, sondem aus ihnen ein Tagebuch gemacht.
Einiges aus diesem Tagebuch m├Âchte ich weitergeben, weil ich denke, da├č es auch f├╝r andere wichtig sein k├Ânnte. Anfangs war alles eine ziemliche Schmiererei, unleserlich geschrieben und voller Fehler. Ich mu├čte es ein wenig ├╝bersetzen.


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung 8
Erster Abschnitt:
Ich werde hier ausziehen 11
Zweiter Abschnitt:
Die eigene Wohnung 71
Dritter Abschnitt:
Manchmal kommen die Gespenster von gestern 85
Vierter Abschnitt:
Alles bricht ├╝ber mich herein 111
F├╝nfter Abschnitt:
Gott hilft mir 159
Sechster Abschnitt:
St├╝cke und Tr├Ąume 203
Siebter Abschnitt:
Keiner lebt nur sich allein 231

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