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Herr Dörner kommt mit dem Zug

Rezensionen

Anke Hinrichs in: Eppendorfer:
„Herr Dörner kommt heute mit dem Zug“
Ein Buch, drei Verlage und 80 Begegnungen

80 Begegnungen, 80 Annährungen, 80 Beschreibungen – die drei Verlage Paranus, Psychiatrie und Schattauer haben dem Mitautor des „Longsellers“ „Irren ist menschlich“ (gem. mit Ursula Plog) ein ganz besonderes und ungemein menschliches Geschenk zum 80. Geburtstag gemacht. Sie sammelten kurze persönliche Darstellungen zu und über den stets und ständig durch Deutschland tourenden Professor.
Da sind die weiter entfernten Menschen von kleineren Einrichtungen oder Initiativen, viele im Süden Deutschlands, die überglücklich und dankbar sind, dass der große Professor aus dem Norden tatsächlich kommt. Der, wenn er kommt, die Orte, in denen er spricht, gern zu Fuß erkundet, den Koffer immer selbst trägt und Rollen unter dem Gepäck ablehnt. Er mute sich Belastungen immer wieder bewusst zu, begründet er dies. Und so steht er durchaus auch mal um 4 Uhr in der Früh auf oder kommt spätnachts zurück – um dann doch wenigstens Zuhause zu nächtigen.
Da sind die anderen, die ihn ewig kennen und die er lange prägte. So wie Michael Wunder, der seine „unkomplizierte unprätentiöse Art“ liebt, wie er Dörner ins Buch schreibt, den er als großen Mentor bezeichnet.
Kult – „Mein Bob Dylan der Sozialpsychiatrie. Der hört auch nicht auf, mit seiner never ending tour“ – ist er gar für Sebastian Stierl, dessen Denken Dörner seit 40 Jahren beeinflusst. Dass er, Stierl, Leiter einer „Anstalt“ geblieben sei – der Psychiatrischen Klinik in Lüneburg – gehöre zu den „nicht mehr einlösbaren Versprechen“. Aber an dem Weg, den das ehemalige Landeskrankenhaus eingeschlagen habe, habe Dörner mehr Anteil als viele denken.
Immer wieder Thema in dem Band ist Dörners sehr spezielle Art der schriftlichen Kommunikation. Vermutlich wird es eines Tages ein Museum mit Dörner-Postkarten geben. Mit diesen – eng mit Schreibmaschine beschrieben – pflegt der Referent ohne E-Mail und Computer all seine Vortragsreisen zu planen.
Doch auch Blumiges, besser gesagt Pflanzliches findet Raum im Buch der Begegnungen. „Er ist ein Unkraut in den versteinerten Schrebergärten, ein Löwenzahn – unausrottbar, vitaminreich und viril“ schreibt Thomas Bendel aus Königslutter. Erich Schützendorf aus Viersen wiederum beschreibt einen Menschen, der keinen Sockel braucht und nicht in Form gegossen werden könne: „Er ist viel zu lebendig und neugierig, allerdings auch so unabhängig, dass er sich nicht darum schert, wie die Bewunderer ihn sehen wollen. Er ist frei und nimmt sich die Freiheit.“
Unzähliges dürfte Dörner über die unzähligen Begegnungen auf den Weg gebracht, motiviert, entzündet und v.a. gesät haben.
Und so steht er hoffnungsvoll da zum Achtzigsten, ob eines neuen Geists der Nachbarschaft. „Das ist eine Bürgerbewegung, wie ich sie mir immer erträumt habe, aber nie erlebt habe zu Berufszeiten, die sich aber jetzt abzeichnet“, endet sein in der Psychosozialen Umschau (4/2013) abgedrucktes Interview mit Cornelia Schäfer.
„Zauberhaft“, würde Dörner dazu wohl sagen …

Cornelia Tsirigotis, Franfurt, in: systhema:
Zu Klaus Dörners 80. Geburtstag am 22.11.2013 haben ihm die drei Verlage, mit denen er nicht nur als Autor, sondern auch als Gründer verbunden ist, gemeinsam ein ganz besonderes Geburtstags­Buch­Geschenk gemacht: Eine vielstimmige Geburtstagsparty, zu der die Herausgeber Menschen eingeladen haben, für und über Klaus Dörner und ihre Begegnungen mit ihm zu schreiben.
Herausgekommen ist eine wunderbare, von Bescheidenheit und aufrechtem Einstehen für seine Ideen zeugende und damit zugleich sehr berührende Hommage an einen Mann, der vielfältige Spuren gelegt hat, durch die sich "Ethik im Gesundheitswesen" und "Autonomie" als Leitmotive ziehen. Ich erinnere an "Irren ist menschlich", kennzeichnend für die Aufbruchsstimmung der Psychiatriereformbewegung Ende der 70er, an die "Gesundheitsfalle", kritische Auseinandersetzung mit dem "Dopingcharakter" des Gesundheitswesen, das zu seiner Aufrechterhaltung immer neue Krankheiten erfinden muss.
Zu seinem aktuellen Thema: "Leben und Sterben, wo ich hingehöre", ehrenamtliches, bürgerschaftliches Helfen im "dritten Sozialraum" ist Klaus Dörner in den letzten Jahren viel aktiv unterwegs gewesen. Und so haben die Herausgeber des Buches vor allem diejenigen eingeladen, mit denen Klaus Dörner in den letzten drei Jahren zusammengearbeitet hat, zu denen er gereist ist und Vorträge gehalten hat. Man stelle sich vor: 200 Vorträge im Jahr. Mit dem Zug, und dann am liebsten zu Fuß, um den Ort kennenzulernen. Hier sind 80 Begegnungen in kurzen, bis zu drei Seiten langen Texten beschrieben, Begegnungen, die von Einfachheit, Aufrichtigkeit und Engagement zeugen.
Mich haben diese Geschichten, die Menschen von ihrer Zusammenarbeit mit Klaus Dörner erzählen, sehr beeindruckt. Es sind Geschichten von persönlichem Sicheinsetzen, von nachhaltigem Begegnen, von Beziehungen, von ansteckendem Geist und von Inspiration, von der Wirkung, die ein Mensch auf andere haben kann, und seinen Einfluss auf ihre sozial engagierte Arbeit.
Ich habe das Buch auch mit Gewinn gelesen, weil so wesentliche Themen der Zeit darin verwoben sind: Inklusion, Miteinander … Es ist ein Buch, das die eigenen besseren Seiten und Ideen anstößt.
Und so stimme ich in das Geburtstagsständchen für Klaus Dörner von Herzen mit ein, mö­ gen ihm noch viele Jahre wirkungsvollen Schaffens und Gesundheit als "selbstvergessenes weggegeben Sein" (Gadamer) beschert sein.

Andreas Manteufel, Bonn, in: Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung:
Drei Verlage, in denen Klaus Dörner vorwiegend publiziert, haben sich zusammengetan und ihm ein literarisches Geburtstagsgeschenk bereitet. Statt das Gesamtwerk des bekannten Sozialpsychiaters zu würdigen, konzentrierten sich die Herausgeber auf die letzten drei Jahre und baten achtzig "Gastgeber", die Dörner zu Vorträgen oder Seminaren eingeladen haben, um einen kurzen Text "über die Begegnung mit ihm, über die Wirkungen und Nachwirkungen seines Vortrages, der Veranstaltung, der Gespräche und Diskussionen" (S. 9). Erst wenn man weiß, dass Dörner an bis zu 200 Tagen im Jahr mit seinen Vorträgen unterwegs ist, kann man verstehen, dass sich offenbar mühelos diese stattliche Anzahl an Laudatorinnen und Laudatoren gefunden hat. Mit welchem Verkehrsmittel er alle seine Dienstreisen zurücklegt, wird aus dem Titel des Buches ersichtlich. Inhaltlich geht es in diesen letzten Jahren immer um die Nachbarschafts- oder Bürgerhilfe, den "dritten Sozialraum", um Alternativen zur Pflege in Institutionen, nicht um die früheren großen Psychiatrie-Themen. Aber ein die alten und die neuen Themen verbindendes Motiv gibt es doch, nämlich das der De-Institutionalisierung.
Man könnte einwenden, das Buch sei eine Art privates Gäste-Buch (besser: Gastgeber-Buch), aber nicht für die Öffentlichkeit interessant. Und natürlich sind alle Texte in sehr persönlicher Tonlage verfasst. Vermittlung oder Diskussion von Thesen sind nicht das Thema. Und doch vermittelt das Buch mehr:
Die Herausgeber verfolgen die Reisen des Herrn D. quer durch die deutschsprachigen Landen anhand kleiner Deutschlandkarten vor jedem der achtzig Beiträge. Man erfährt also auch, welche Einrichtungen und Personen sich in welchen Regionen mit sozialpsychiatrischen Themen beschäftigen und dafür mit Prof. Dörner Kontakt aufgenommen haben. So wird anschaulich, dass sich die Gedanken und Thesen Dörners durchaus wellenförmig ihren Weg in die Gesellschaft bahnen. Dass jemand, der von Nachbarschaftshilfe spricht, auch diese große Nähe zu den Bürgern sucht, ist eigentlich logisch. Dass ein Herr Prof. Dr. aber ein solches Programm in teilweise kleinen Einrichtungen abseits der Großstädte absolviert, das ist sicher nicht selbstverständlich. Alle Autorinnen und Autoren bewundern das geduldige und gleichzeitig umtriebige Engagement von Herrn Dörner, seine anachronistische Kommunikation mit Postkarten und seine starke persönliche "Präsenz", wie man heute sagt.
Dieses Buch zu lesen ist keine intellektuelle Herausforderung, sondern darf einfach Spaß machen. Es veranschaulicht die "real existierende Sozialpsychiatrie" und wirbt mit engagierten Personen statt abstrakten Theorien. Und es vermittelt dadurch etwas von der so allseits geschätzten Eigenwilligkeit des achtzigjährigen Menschen, um den es hier geht.

Christoph Müller in: Psychosoziale Umschau:
Zumutungen annehmen, sich selbst Anderen zumuten
Eher banal klingt der Titel des Buchs: „Herr Dörner kommt mit dem Zug“. Wer Klaus Dörner nicht kennt, ihn noch nie erlebt hat, der wird sich des Eindrucks des Unscheinbaren nicht erwehren können. Wem der Name Klaus Dörner jedoch etwas sagt, der wird schon beim Anblick des Buchcovers neugierig werden. Schließlich ist Klaus Dörner vielleicht der Psychiater, der die Sozialpsychiatrie wie kein anderer geprägt hat.
Viele psychiatrische Praktiker, aber auch zahlreiche Psychiatrie-Erfahrene nennen Klaus Dörner einen Nestor und Vordenker der sozialpsychiatrischen Idee im deutschsprachigen Raum. Andere nennen ihn einen Provokateur. Dass Klaus Dörner von vielen Menschen in diesem Spannungsfeld erlebt wird, wird ihn amüsieren. Entscheidend sind die Bilder und Spuren, die Klaus Dörner in den Seelen der Menschen hinterlässt, denen er noch heute begegnet, wenn er als Unruheständler seine Botschaft durch die Lande trägt. Ja, er fährt mit dem Zug. Ja, er trägt seine alte Ledertasche und seine alte Aktentasche. Wenn er seine Ideen über den Menschlichkeitsbegriff in der psychiatrischen Versorgung oder das Miteinander im sozialen Nahraum erzählt, spürt man seine Aufrichtigkeit und den unbedingten Willen, dies auch zu leben.
Das Buch zeugt davon. Die Herausgeber Hartwig Hansen, Fritz Bremer und Christian Zechert haben 80 Gratulantinnen und Gratulanten versammelt, denen Klaus Dörner in den vergangenen Jahren auf seinen Vortragsreisen begegnet ist. Sehr persönliche Worte finden sie für den Mann, dem man wahrscheinlich mit einer Festschrift der herkömmlichen Art gar nicht kommen dürfte, haben ihn doch die Schriften Martin Bubers und Emmanuel Levinas geprägt, für die Begegnungen auf Augenhöhe und Gegenseitigkeit wichtig sind. In seinen unzähligen Begegnungen mit psychiatrisch Tätigen und Psychiatrie-Erfahrenen ist dies nicht anders gewesen. Sehr deutlich wird, wie dankbar die psychiatrischen Praktiker Klaus Dörner für die Anstöße sind, die sie in ihren spezifischen Kontexten aufgreifen und immer auch weiterentwickeln konnten.
Wo Begegnung ist, dort ist auch Bewegung. Davon leben die 80 Texte des Buchs. „Klar, der Mann ist Kult“, schreibt Sebastian Stierl, der Ärztliche Direktor der psychiatrischen Klinik Lüneburg über den Sozialpsychiater Klaus Dörner. Stierl bringt es auf den Punkt, was die Faszination Klaus Dörners ausmacht: „Schon nach wenigen Sätzen sind wir mit ihm unterwegs, zeigt er uns Möglichkeiten, stellt Fragen, provoziert mit Zuspitzungen. Es raucht in den Köpfen, die Unterscheidung zwischen Vision und Wirklichkeit ist streckenweise anstrengend, aber dann beruhigt er wieder: das war jetzt eher aus der Abteilung Utopie.“ (32)
Der Bremerhavener Chefarzt Uwe Gonther erzählt sehr persönlich: „Es ist angenehm, ihn wieder zu treffen, fühle ich mich in seiner Gegenwart sofort wieder wie ein Student. Jedes Mal bin ich von seiner Aura und seiner Intelligenz beeindruckt. Dabei trägt er seine Weisheit nicht vor sich her. Er versteckt sie auch nicht, tarnt sie höchstens.“(27) Da schummelt man natürlich und fragt sich vielleicht auch, ob das Denken und Handeln Dörners etwas Konspiratives hat. Vielleicht ist es aber auch die Bruchstückhaftigkeit des Fühlens und Denkens Dörners, das sich in seinem Gegenüber spiegelt. Die Worte des Garchinger Volkshochschuldirektors Lothar Stetz lassen es vermuten, wenn er von seiner Episode berichtet, als Klaus Dörner es ihm nicht erlaubte, seinen Koffer zu tragen: „ Die Episode ist für mich keine Randnotiz, sie hat mir von einer ganz praktischen Seite den Blick auf die Arbeiten von Klaus ergänzt. Zumutungen annehmen, sich selbst Anderen zumuten – auch im Alter, auch in der Krankheit – Anderen etwas zutrauen.“(159)
Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass Klaus Dörner einen Spannungsbogen in seinen Wegbegleiterinnen und Wegbereitern wachruft, der sicherlich ihn selbst ausmacht, nämlich dass Aktion und Kontemplation zwei unverzichtbare Weggenossen sind. Wer Menschen mit Leiden nicht nur auf gleicher Augenhöhe begegnen will, sondern ihnen auch sinnvolle Unterstützung geben will, der braucht sicher diese Polarität. Klaus Dörner gibt ein Beispiel dafür, dass praktisches Handeln nur mit einem klaren und reflektierten Weltbild gelingen kann.
Das Buch würdigt einen beeindruckenden Menschen, der zeigt, dass Helfen immer beim Nächsten beginnt und immer ganz konkret im Lebensfeld stattfinden. Gönnen Sie sich eine Auszeit mit dem Buch „Herr Dörner kommt mit dem Zug“. Sie werden als ein Anderer in die Praxis zurückkehren.

Carsten Rensinghoff in: Sozialpsychiatrische Informationen:
Der Buchtitel macht neugierig: „Klaus Dörner kommt mit dem Zug“, womit sonst. Als Medizinprofessor kann er sich ja ein ICE-Ticket für die erste Wagenklasse sicher problemlos leisten. Dann richtet sich mein Blick auf den Untertitel: „80 Jahre – 80 Begegnungen“, waren das nicht mehr? Doch es waren sicher mehr, denn hier wurde von den Herausgebern eine Auswahl getroffen, aber es sind wichtige Begegnungen, die Dörners 3. Sozialraum markieren.
Und eben diesen Sozialpsychiater Professor Dr. Dr. Klaus Dörner ist die zu besprechende Publikation von den drei Herausgebern zu dem am 22.11.2013 begangenen 80. Geburtstag gewidmet. Das Buch enthält Begegnungen, die der Jubilar von seinem 77. Lebensjahr an in Deutschland, Österreich und der Schweiz gemacht hat. Es sind vor allem die Begegnungen, die sich mit dem 3. Sozialraum befassen – und das ist der Sozialraum, der sich mit dem Thema Bürger helfen Bürger im Stadtviertel, in der Nachbarschaft, in der Dorfgemeinschaft befasst. Einladende waren Ehrenamtliche, Pflegende, Eltern, Vereine, Nachbarschaften aus unterschiedlich großen Städten, Dörfern und Stadtteilen, Kliniken und Hospizen. Die Anordnung der Beiträge wurde durch die Herausgeber von Norden nach Süden durchgeführt. So startet das Buch nach der Begrüßung zum Geburtstagsfest mit einem Beitrag von Theresa Brechmann aus Grömitz, fährt fort mit einem Text von der Stadtparlamentarierin Anne Fischer-Buck aus Norderstedt und endet schließlich mit der Geschichte von Daniela Lutz-Beck aus dem schweizerischen Bern.
Wer sich vornimmt, täglich eine Begegnung nach dem Abendessen zu lesen, wird schnell über die Wirkungslosigkeit dieser Dosis belehrt. Die Leserinnen und Leser werden schnell die Lesedosis erhöhen, weil es zu einer Abhängigkeit kommt. Man will letztlich wissen, was der Jubilar zumindest in den vergangenen drei Jahren gemacht hat. Aus diesem Grund ist die besprochene Publikation allen am 3. Sozialraum Interessierten und in ihm Tätigen als Pflichtlektüre zu empfehlen. Das auch, weil Klaus Dörner nie wieder 80 wird!

Fünf-Sterne-Rezension von Ursula Talke, Berlin, auf amazon.de:
Gelobt sei die Bundesbahn
Sonst würde er wohl zu Fuß kommen – oder? Spaß beiseite, als ich vor längerer Zeit sein letztes Buch „Helfensbedürftig“ rezensierte, und am Ende der Rezension eine Vorabendserie im Fernsehen vorschlug, ahnte ich nicht, dass ich zeitens später ein Adäquat in Buchform in der Hand haben würde. Das Buch zu Klaus Dörners 80. Geburtstag, verfasst von einer achtzig-köpfigen Gratulantenschar, fast alle Menschen, bei denen er Vorträge gehalten und die er für ihre Projekte aufgemöbelt hatte.
Bei dieser Gelegenheit wird sich nicht nur bedankt und kräftig gelobt, sondern die Menschen, die ihm so begegnet sind, stellen gleichzeitig, wenn auch in Kurzform, ihre Projekte vor – und sich selber. Ein kleiner Rundumschlag in der Sozialpsychiatrie und modernen Altenhilfe, Bürgerhilfe.
(...)
Dieses Buch ist eine gute Erfindung, mit der mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden – erfährt der Leser doch einiges über die sich gewandelte sozialpsychiatrische Landschaft wie auch zukunftsträchtige Lösungen, was die Versorgung alter Menschen und Sterbender angeht.
Und ein gelungenes Geburtstagsgeschenk ist es obendrein, so was kriegt nicht jeder – dass sich dafür gleich drei Buchverlage zusammengetan haben, finde ich ebenfalls bemerkenswert.
Über vieles musste ich schmunzeln – aber ich will hier nicht zu viel verraten, damit die Leser dann selber schmunzeln können – egal, ob sie schon mal ne Postkarte von ihm bekommen haben oder nich …
Möge er noch häufig mit dem Zug ankommen und kräftig weiterdörnern auf seine jungen Tage. Dem Buch wünsch ich vergnügte Leser – auf dass sie ihn alle auch mal erleben können!

Gerd Dielmann in: drei (Zeitschrift von ver.di, Fachbereich 3):
Unkonventioneller Denker
Prof Dr. Dr. Klaus Dörner, Deutschlands bekanntester Sozialpsychiater und langjähriger ärztlicher Leiter der Westfälischen Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Neurologie in Gütersloh, ist am 22. November 2013 achtzig Jahre alt geworden.
Generationen ärztlichen und pflegerischen Personals wurden durch sein zusammen mit Ursula Plog verfasstes Lehrbuch zur Psychiatrie und Psychotherapie mit dem schönen Titel „Irren ist menschlich“ in Aus- und Weiterbildung geprägt.
Anlässlich seines 80. Geburtstags haben seine Verlage ein Bändchen herausgegeben, in dem 80 Begegnungen mit Klaus Dörner in kurzen Geschichten beschrieben werden.
Unterhaltsame, eindrucksvolle und weniger eindrückliche wechseln sich ab. Dörners herausragende Charakterzüge und Eigenheiten werden in sich teils wiederholenden Begebenheiten deutlich: Er kommt mit dem Zug, geht gern zu Fuß, ist bescheiden und sehr belesen, schreibt gerne Postkarten mit Schreibmaschine, ist ein unkonventioneller Denker und begnadeter Redner, der auch mal sein Manuskript zur Seite legt.
Wenn sich die Lösung eines durchdachten Problems anzeichnet sagt er gern: „Man könnte es aber auch genau andersherum denken.“

Soziale Arbeit:
Anlässlich des 80. Geburtstages des Mediziners und Psychiaters Klaus Dörner versammelt dieses Buch 80 Beiträge zu persönlichen Begegnungen mit dem Jubilar, um einen Eindruck von dessen Wirken und seinem Einfluss auf die Nachbarschafts- oder Bürgerhilfe als Alternative zur institutionellen Pflege zu vermitteln. Zu Wort kommen neben langjährigen Weggefährtinnen und -gefährten vor allem Menschen aus dem deutschsprachigen Raum, mit denen er in den letzten drei Jahren zusammengearbeitet hat und zu denen er gereist ist, um Vorträge oder Seminare zu halten. Die Texte befassen sich im Einzelnen mit Themen wie beispielsweise dem Dialog der Generationen, der Funktion von Kirchengemeinden, der Gesundheit, dem bürgerschaftlichen Engagement, der deutsch-polnischen Freundschaft, der Selbsthilfe und der Inklusion. Kurzporträts der gratulierenden Autorinnen und Autoren beschließen das Buch.


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