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Integrationsunternehmen als Wegweiser zur Inklusion

Rezensionen

Manfred Becker in: Psychosoziale Umschau:
Stöbern und arbeiten
Dieses Buch bietet einen bunten Strauß vielfältiger Informationen und Eindrücke. Herausgegeben von der Bundesarbeitsgemeinschaft Integrationsfirmen, lädt es Neugierige mit einer Vielzahl von Beiträgen verschiedener Autorinnen zum Stöbern ein.
Die Leser erfahren schon zu Anfang, wie wichtig Stiftungen wie die Freudenberg Stiftung und die Aktion Mensch für den Aufbau fast jeder einzelnen Firma sind. So hat die Aktion Mensch seit dem Jahr 2000 über 150 Millionen Fördergelder an einzelne Betriebe ausgeschüttet,
Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung sieht die Integrationsfirmen als Träger einer "systemrelevanten Aufgabe". Sie seien das "ausführende Organ des Grundgesetzartikels 3"‚ der die Gesellschaft dazu verpflichtet, dass niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf.
Integrationsfirmen bieten Chancen für Chancenlose. Sie sind mit schwerbehinderten Mitarbeitern erfolgreich. Integrationsfirmen arbeiten effektiv, effizient und wirtschaftlich. Weil sie täglich den Spagat zwischen den sozialen und den wirtschaftlichen Zielsetzungen schaffen müssen.
Peter Stadler untermauert dies mit umfangreichen Zahlen: Mittlerweile arbeiten über 22.500 Menschen in Integrationsfirmen. Davon sind über 10.000 anerkannt schwerbehindert und von diesen wiederum etwa 2700 Beschäftigte mit psychischen Beeinträchtigungen. Alle diese Menschen arbeiten also auf regulären Arbeitsplätzen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Stadler betont, dass bei genaueren Untersuchungen sich nur etwa 11,5 % der Umsätze als Förderungen
von Staat oder Stiftungen erwiesen. Also sind 88,5 % genauso erwirtschaftet, wie von anderen Unternehmen auch. Die als Förderung investierten Beträge würden sich dabei für den Staat doppelt bis dreifach wieder auszahlen, weil Steuern und Sozialversicherung an ihn zurückfließen.
Interessant fand ich auch, im Beitrag von Herrn Glutsch zu lesen, dass in der DDR jeder Betrieb 10% Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen musste. Vermutlich wurde dies auch ziemlich flächendeckend erfüllt – im Gegensatz zu der aktuell in Deutschland geltenden 5 %-Pflichtquote, die nur zu etwa 6o % realisiert ist.
Es gab in der DDR in ca. 500 Betrieben "geschützte Betriebsabteilungen" mit etwa 6200 dort beschäftigten Menschen. Solche Abteilungen würden heutzutage auch zu den "Integrationsprojekten" zählen. Dieser Oberbegriff fasst Integrationsabteilungen und Integrationsfirmen zusammen – ein kleines Erbe der DDR. Der starke Schutz für behinderte Beschäftigte wurde mit der Wende massiv abgebaut: 70.000 Menschen mit Schwerbehinderung wurde gekündigt. Viele gingen in vorzeitige Rente. Dies traf auch die geschützten Betriebsabteilungen. Heute existieren nur noch neun. Ab Ende der Neunzigerjahre wurden immerhin 154 Integrationsfirmen im Osten aufgebaut, in denen 230 Menschen mit Schwerbehinderung ihren Arbeitsplatz gefunden haben.
Christian Gredig erklärt in seinem Artikel, warum der Anteil von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen an der Mitarbeiterschaft gesunken ist (37 % in 2005 auf 27 % in 2012). Durch das Wachstum der Firmen ist aber die Gesamtzahl in derselben Zeit von knapp 2000 auf 2700 gestiegen. Als Experte für Zuverdienst-Beschäftigung setzt sich Gredig in einem zweiten Artikel für die Absicherung und Ausweitung dieses Angebotes ein. Gerade für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung seien auch wenige Stunden Arbeit pro Woche von heilsamer Wirkung.
Mitarbeiterinnen mit Behinderungen aus Integrationsfinnen kommen ausgiebig in zwei Beiträgen zu Wort. Kritische Töne liest man hier höchstens zwischen den Zeilen. Typisch ist die Äußerung von Claudia W.: "Ich bin einfach glücklich. Zwei Wochen nachdem ich hier begonnen habe, habe ich meine ganzen Antidepressiva weggeworfen. Das waren immerhin drei verschiedene."
Auch die Gründergeneration lernt der Leser kennen. Helmut Landwehr und Rolf Simon, beide längst in Rente, erzählen von ihren Anfängen Ende der 70er in Gütersloh. Ebenso berichten die Pioniere der 80er aus Berlin und Kaufbeuren, Thomas Heckmann beschreibt in seinem Artikel, wie sich seit den 90erJahren aus einem einzelnen Kaufladen die bundesweite Bewegung der CAP-Märkte zu einer Kette von über 1oo Geschäften mit professioneller Marktanalyse und Beratung entwickelt hat. Martin Bünk macht uns mit dem Verbund der mittlerweile 43 Embrace-Hotels
als Beispiel geglückter Inklusion und Kooperation bekannt.
Im letzten Kapitel wird dann die politische Situation der Integrationsfirmen beleuchtet. Es findet sich eine Vielzahl fundierter Vorschläge, wie Integrationsfirmen und die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt verbessert werden könnten. Kritische Töne angesichts des teilweise massiven Abbaus staatlicher Förderung für Integrationsfirmen bzw. des Stillstands beim Ausbau durch fehlende Förderungen sucht man allerdings vergeblich.
Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, denn dieses Buch soll informieren, interessieren und ermutigen. Vermutlich soll es auch in der aktuellen politischen Situation deutlich machen, wie wichtig diese Art Betriebe ist und dass die Rahmenbedingungen erweitert und verbessert werden sollten.

Christian Zechert in: Soziale Psychiatrie:
Integrationsunternehmen oder Integrationsprojekte stellen als Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes eine nicht mehr wegzudenkende Besonderheit im Unternehmensbereich dar. Obwohl sie von ihren gewerblichen oder auch gemeinnützigen Eigentümern vielfach als GmbH, also ohne „kleines g“ vorangestellt, geführt werden, bieten sie in den derzeit ca. 800 Unternehmen etwa 10.000 Menschen einen Arbeitsplatz, darunter zwischen 25 und 50% Beschäftigte mit Schwerbehinderung. Zahlreiche dieser Betriebe sind ein Kind der 1980er Jahre, gegründet um z.B. den entlassenen Langzeitpatienten einen möglichst regulären Arbeitsplatz anzubieten und um zugleich den Besonderheiten ihrer Schwerbehinderung gerecht zu werden. Ein bekannter Betrieb ist z.B. die 1981 gegründete Dalke GmbH, die u.a. für Miele arbeitet. Zu Recht bezeichnen die Herausgeber diese Entwicklung vorsichtig als „Wegweiser zur Inklusion“ und nicht als Zielerreichung, schaut man sich die Dimensionen an: die Zahl aller Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung wird für 2013 mit 7,5 Millionen angegeben, etwa die Hälfte steht aufgrund ihres Alters dem allgemeinen Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung, darunter 11% mit geistiger oder seelischer Behinderung, also immer noch über 300.000 Menschen, von denen allerdings nur ein Teil, nämlich 25 bis 50% der 10.000 in Integrationsunternehmen beschäftigt ist, also etwa nur 3%.
Es wäre jedoch falsch, das Buch damit zu charakterisieren, es würde sich mit Defiziten im Schwerpunkt beschäftigen. Im Gegenteil: die unter dem Dach der BAG Integrationsfirmen zusammengefassten Unternehmen schreiben seit vielen Jahrzehnten eine Erfolgsgeschichte, die hier zu würdigen ist. Gleich drei hochrangige Repräsentanten führen ein: die „Freudenberg Stiftung“, die „Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände“ sowie die „Aktion Mensch“. Im ersten Kapitel „Unabdingbar für Wirtschaft und Demokratie“ unterstreicht Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, dass Integration bzw. Inklusion eine systemrelevante Aufgabe ist, und Peter Stadler, Geschäftsführer der FAF Berlin, bescheinigt den Unternehmen, seit 30 Jahren erfolgreiche Inklusion zu betreiben. Längst sind es marktfähige Betriebe mit werthaltigen Extras. In den zahlreichen weiteren und mehrperspektivisch aufbauenden Beiträgen werden die Schwerpunkte auf zahlreiche Aspekte gelegt wie die sog. „Neuen Bundesländer“, „Personalführung“, „Wert der Arbeit aus Mitarbeiterinnensicht“, „Marktkreativität“, „Cap-Märkte“, „Gastronomie“, „Embrace Hotels“ sowie „Europäische Perspektive“. Das 3. Kapitel vermittelt die übergreifenden Sichtweisen wie der „Integrationsträger“ (LWL), „Unternehmensberatung“ (FAF), „Kommunalpolitik“ – inklusiv gedacht, „Personenzentrierung“ sowie last not least der Einfluss der „UN-Behindertenrechtskonvention“. Der Informationsgehalt des Buches ist selbstverständlich hoch, die zahlreichen Aspekte sind gut durch die Herausgeber portioniert, auch für thematisch weniger Eingeweihte angenehm lesbar – trotz der komplexen Thematik. Herausgebern und Verlag kann man also durchaus gratulieren, mit diesem Buch einen Meilenstein und Wegweiser mit Vorbildfunktion hin zur inklusiven Arbeitswelt gesetzt zu haben.
Gewünscht hätte ich mir allerdings zwei weitere Gesichtspunkte: zum einen fehlt mir der Blick auf und aus der Angehörigensicht. Also, was nervende Angehörige immer wieder fordern: Bezieht uns mit ein! Zum Beispiel sind Angehörige in Detmold seit über 30 Jahren selber Träger eines großen und traditionsreichen Integrationsunternehmens (LKS), ausgezeichnet mit dem Rudolf-Freudenberg-Preis 2015.
Der zweite Gesichtspunkt ist eine kritische Hinterfragung: gibt es Grenzen, Überforderungen? Wer mit Schwerbehinderung arbeitet in den Unternehmen und wer nicht? Ist Inklusion der Integrationsunternehmen 1 zu 1 für alle umsetzbar oder brauchen wir doch noch exklusive Arbeitsplätze? Gewiss war Letzteres nicht das Thema des Buches, welches jedoch zu Recht den Untertitel trägt: Wirkungen – Erfolge – Perspektiven.
Klare Empfehlung: kaufen, lesen und darüber sprechen!

Buchkurzvorstellung in: Soziale Arbeit:
Durch die im Jahr 2009 von der Bundesregierung ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention gelangte das Leitbild der Inklusion verstärkt in die Reichweite arbeitsmarktpolitischer Anstrengungen und Ziele. Um der Verwirklichung der rechtlichen Vorhaben nachzugehen, beleuchtet dieses Buch die Entstehungsgeschichte und die gesellschaftliche Bedeutung der inzwischen mehr als 800 Integrationsunternehmen in Deutschland, die auf einem Anteil von 25 bis 50% ihrer Arbeitsplätze Angestellte mit Handicap beschäftigen. Dabei geht es um die wirtschaftliche und demokratieförderliche Relevanz der betreffenden Betriebe und um deren Vorbildfunktion, die anhand einiger Beispiele aufgezeigt wird wie unter anderem dem Bioladen „natürlich“ in Mainz, der Irseer Kreis Versand gGmbH in Bayern, einem Montagebetrieb in Gütersloh und den bundesweit über hundert inklusiven CAP-Supermärkten. Zwei Angestellte berichten in Interviews über ihre Tätigkeiten. Zudem wird untersucht, inwiefern die Integrationsunternehmen geeignet sein können, auch langzeitarbeitslosen Menschen eine Perspektive zu eröffnen. Weitere Beiträge zum Thema der Zukunftsgestaltung widmen sich dem Persönlichen Budget, der Unternehmensberatung, der kommunalpolitischen Umsetzung der Inklusion und den durch den Partizipationsanspruch entstehenden Aufgaben für den Sozialstaat.

Klaus Halfpap auf www.socialnet.de:

Thema
Seit 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention von 2006 (UN-BRK) in Deutschland verbindlich. Dadurch wurde der Arbeitsmarktpolitik sowie der Bildungspolitik generell der Weg zur Inklusion gewiesen, der allerdings hier in der (Aus-)Bildungspraxis bereits vor vierzig Jahren begann, wie Dorothee Freudenberg von der Freudenbergstiftung einführend berichtet (S. 9). Wie haben das die Akteure in Politik, Wirtschaft und Sozialwesen geschafft? Dies wird gefragt und aus unterschiedlichen Perspektiven beantwortet. Auf bisher auch ungenutzte weitere Möglichkeiten in Integrationsunternehmen und darüber hinaus wird hingewiesen.

AutorInnen und Autoren
berichten in theoretischer Reflexion über ihre individuell in der Praxis gewonnenen Erfahrungen in ihren aktuellen Tätigkeitsbereichen z. B. der Freudenbergstiftung, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Chefredaktion einer überregionalen deutschen Zeitung, aus Länder-Integrationsämtern, mehreren Unternehmen und Gesellschaften, von Projektverbünden, die – in unterschiedlichen Branchen – die geglückte Inklusion und Kooperation voranbrachten – auch in entsprechenden internationalen Bewegungen.

Aufbau
Nach drei „Vorworten“ (8 ff.) sind die 21 Beiträge folgenden Kapiteln zugeordnet:
Unabdingbar für Wirtschaft und Demokratie (20 ff.)
Unternehmen mit Vorbildfunktion (44 ff.)
Investitionen in eine humane Zukunft (139 ff.)

Inhalt
Mit einem Bundestagsbericht über die Lage der Psychiatrie in der Bundesrepublik Deutschland wurde „Ein Erfolg der Zivilgesellschaft“ (9 ff.) initiiert. In der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie wurde ein Konzept der „Selbsthilfe-Firmen“ entworfen, die als Integrationsunternehmen gegründet wurden (ca. 800 inzwischen mit über 10000 schwerbehinderten gemeinsam mit nicht behinderten Mitarbeiter/innen). Auch in betrieblichen Integrationsprojekten wird es durchgeführt.
Peter Clever von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hebt für diesen Entwicklungsprozess den „Wandel zu breiter Wertschätzung“ hervor (16 f.). Friedhelm Pfeiffer („Aktion Mensch“) sieht auch weitere „Chancen eines inklusiven Arbeitsmarkts“ (18 f.).
Das 1. Kapitel (s. o.) vertieft diesen Themenaspekt, indem Heribert Prantl darlegt, dass „Integration als systemrelevante Aufgabe“ (21 ff.) der Gesellschaft zu verstehen ist, weil Integrationsfirmen ihr Geld bis zu 75 % am Markt verdienen, und zwar in vielen Branchen (22). Peter Stadler erläutert ausführlich 30 Jahre erfolgreiche Inklusion unter der Themenakzentuierung „Integrationsunternehmen – marktfähige Betriebe mit werthaltigen Extras“ (28 ff.).
In 12 Beiträgen werden im 2. Kapitel aus unterschiedlichen Perspektiven Unternehmen mit Vorbildfunktion vorgestellt:
„Die Entwicklung in den neuen Ländern“ (45 ff.) seit der Wiedervereinigung mit Anfangsproblemen und der Entwicklung von Integrationsprojekten ab 1993, von denen es Ende 2014 ca. 154 mit etwa 1230 Behindertenarbeitsplätzen gab (51);
dass „Personalführung präventiv und inklusiv“ (52 ff.) gestaltet werden muss, was von Integrationsfirmen gelernt werden kann (53);
„Der Rudolf-Freudenberg-Preis“ (63 ff.) für wegweisende Geschäftsideen;
durch den Bericht einer behinderten Mitarbeiterin in einem Bioladen in dem protokollierten Gespräch: „Die Arbeit bedeutet mir alles“ (67 ff.);
durch die Erfolgsgeschichte eines Betriebes „Mit Kreativität am Markt“ (73 ff.), gegründet von einem Arbeitskreit der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie;
durch Gründung eines Montagebetriebes im Raum Gütersloh Ende der 1970er Jahre in einer leer stehenden Kirche mit heute über 2,5 Mio. Euro Umsatz und über 50 % psychisch schwerbehinderten Mitarbeitern (85) – denn „Jeder Mensch will notwendig sein“ – (81 ff.);
durch den „Erfolg der CAP-Märkte“ (87 ff.), die ca. 800 behinderten Menschen dauerhafte Arbeitsmöglichkeiten bieten;
durch weitere Berichte von behinderten Mitarbeitern oder von verantwortlichen Geschäftsführern in verschiedenen Betrieben (98 ff.) – Hotel, Restauration – bzw. in Zuverdienstprojekten und als Partner einer internationalen Bewegung (129 ff.).
Im 3. Kapitel werden wichtige Teilaspekte des komplexen Themas durch kooperative Maßnahmen und individuelle Stärkung Betroffener vertieft: Wie Leistungsträger den Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt ebnen können zur „Selbstbestimmung durch persönliches Budget“ (140 ff.). Durch „Unternehmensberatung durch die FAF“ – Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte – (147 ff.). Erfolg strategischer politischer Planung sind die „Integrationsabteilungen in Westfalen-Lippe“ in gewerblichen Unternehmen (153 ff.). „Inklusion als Aufgabe der Kommunalpolitik“ durch Vernetzung der Akteure des Arbeitsmarktes kann mehr Chancen schaffen (161 ff.). Folgender Frage wird nachgegangen: „Integrationsunternehmen – auch eine Perspektive für Langzeitarbeitslose?“ (167 ff.). „Den Anspruch auf berufliche Teilhabe gilt es umzusetzen“ (176 ff.). Eine zukünftige Aufgabe für die Politik ist „Für mehr Teilhabe im allgemeinen Arbeitsmarkt“ (185 ff.).

Diskussion
In seinem Beitrag „Inklusion als Aufgabe der Kommunalpolitik“ weist Arnd Schwendy darauf hin, dass es nicht reicht, „sich lediglich mit Kitas, Schulen, Wohnangeboten und Barrierefreiheit zu beschäftigen“ (164). Der Arbeitssektor dürfe nicht vernachlässigt werden, sondern sollte durch aktive Förderung von Zusammenschlüssen auch seitens der Kommune aller geschaffen werden, „die Einfluss auf berufliche Bildung und Arbeitsmarkt haben“ (a.a.O.). Ist das in Ihrer Region (der/des Lesenden) ausreichend der Fall?
Warum – fragt Fritz Baur - wird von der rechtlichen Möglichkeit zur Bildung trägerübergreifender persönlicher Budgets „bis zum heutigen Tage nur spärlich Gebrauch gemacht“? Kann das Hemmnis der rechtlichen Unabhängigkeit der verschiedenen beteiligten Träger nicht überwunden werden?

Fazit
Die in dieser Rezension überblickartige Kurzfassung des Inhalts des komplexen Buchthemas spiegelt dessen aspektreiche Aufarbeitung von der rechtlich vorgeschriebenen und sachlich notwendigen Inklusion von Behinderten in vor allem Integrationsunternehmen in Deutschland und auch internationalen Bewegungen wider. Aus Unternehmen mit Vorbildfunktion wird teils detailliert über ihre Arbeit der letzten bis zu 40 Jahre als Investitionen in eine humane Zukunft berichtet. Diesbezüglich wegweisende Geschäftsideen werden skizziert. Alle unmittelbar und mittelbar „Betroffenen“ auf allen Ebenen und Institutionen sollten aus der Lektüre dieses empfehlenswerten übersichtlich strukturierten Buches Anregungen aufgreifen und umsetzen – oder: sich in ihrer Arbeit bestätigt fühlen.

Rezensent
Dipl.-Hdl. Dr. phil. Klaus Halfpap


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