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Heidi Lindner

Viele Tode stirbt der Mensch

Autobiographie mit Tr├Ąumen und Erlebnissen einer psychisch kranken Frau

ISBN 3-926278-25-0
112 Seiten
leider vergriffen  
 

Über das Buch

Vorwort:

Dies ist meine Biographie, meine Lebensgeschichte, die von vielen Dingen gepr├Ągt wurde, aber ganz besonders davon, da├č ich seit ├╝ber 30 Jahren immer wieder seelisch-geistige Krisen, genannt Psychosen, mit h├Ąufigen Klinikaufenthalten durchlitten habe. In den zerst├Ârerischen Tiefs, in die ich durch diese Krisen hineingeriet, bin ich ebenso viele Tode gestorben, wie ich danach Auferstehungen erfahren durfte. Um diese habe ich jedesmal hart gek├Ąmpft, aber ich habe sie auch als Gnade empfunden, als etwas, das mir geschenkt wurde, ohne da├č mein eigenes Bem├╝hen daf├╝r ausreichen w├╝rde.

Im ersten Teil berichte ich, wie ich mir den Sinn und das Verstehen meiner Psychosen erarbeitet habe, indem ich z.B. versuchte herauszufinden, welche Bedeutung hinter den verschl├╝sselten Wahnbildem liegen mag. Best├Ąrkt durch Gespr├Ąche mit Nicht-Psychiatrie-Betroffenen glaube ich inzwischen fast, da├č sich der eine oder andere Leser - mit oder ohne Psychose - in meinen Deutungsvorschl├Ągen wiederfinden kann, obwohl bei allen diesen Versuchen stets ein Fragezeichen stehenbleibt. Aber die "richtigen" Antworten kann es oft gar nicht geben. Allein das richtige Fragen kann oft hilfreicher sein und f├╝hrt schon auf den Weg.

Im zweiten Teil zeige ich diese Wege, auf denen ich gelernt habe, aus dem Labyrinth meiner Psychosen herauszufinden, mein Leben bewu├čt zu gestalten und es mit Sinn zu f├╝llen. Dies war ein qualvoller und schwieriger Kampf, in dem es mir aber wichtig war, mich den tiefsten Tiefen zu stellen, ohne dabei einerseits die Wunschtr├Ąume, die ins Jenseits zielten, noch die Todesverzweiflung auszulassen. Nur so konnten die heilenden Kr├Ąfte aus meiner eigenen Tiefe wirksam werden. Damit war eine Voraussetzung geschaffen, da├č ich das unvermeidliche Grau in meiner Alltagswelt sowohl mit meinen Jenseitstr├Ąumen als auch mit meiner Vertrautheit mit dem Tod bereicherte und sie akzeptierte und somit in eben dieser Alltagswelt Erf├╝llung finden konnte; denn nur zusammen, nicht getrennt, f├╝hrt all das zu einem sinnerf├╝llten Leben.

Dabei halfen mir mein Mann, mein Heim, mein Haushalt mit seinen Pflichten und seinem Halt, besonders die Natur, in deren Kreislauf von Wachsen und Vergehen ich mich eingebettet f├╝hle, aber auch die Zugeh├Ârigkeit zur gro├čen Welt ├╝ber Nachbarn, Familie, Freunde und Solidarit├Ąt mit anderen Psychiatrie-Erfahrenen. Endlich auch ├ärzte und Therapeuten, die oft verst├Ąndnisvoll waren und deren Hilfe ich gern angenommen habe, denn bei allem Bem├╝hen um Aktivierung meiner eigenen Kr├Ąfte wei├č ich, da├č jeder die Hilfe von au├čen braucht. Allein h├Ątte ich es nie geschafft. F├╝r andere Menschen, die nicht auf dem Lande, sondern etwa in der Gro├čstadt leben, wird der Weg zu einer pers├Ânlichen Sinngebung anders aussehen als bei mir. Der Kampf aber, den richtigen Weg zu finden ├╝ber den schmalen Grat, der jedem einzelnen allein bestimmt ist, bleibt stets derselbe. Daher darf ich hoffen, da├č meine Geschichte nicht nur mir, sondern auch anderen den Lebensweg ein wenig beleuchtet.

Heidi Lindner

Inhaltsverzeichnis

Vorwort ... 5

I. Dunkle Schatten - Analytische Studie zur Entstehung und Entwicklung einer Psychose
a) Kindheit und Jugend mit Ausbruch der Psychose ... 7
b) Erste Klinikaufenthalte ... 19
c) Begegnung mit meinem sp├Ąteren Ehemann ... 36
d) Wir bauen uns ein Nest - H├Âhepunkte der Psychose ... 51

II. Wege zur ├ťberwindung der Psychose
a) Meine Ehe mit Detlef ... 67
b) Geborgenheit in der Natur ... 80
c) Meine Mitmenschen und ich ... 86
d) R├╝ckschl├Ąge ... 91
e)Bedeutung der therapeutischen Gruppe - Psychopharmaka ... 98

III. R├╝ckblick ... 101

IV. Kraft aus der Tiefe ÔÇô Gedichte ... 103

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